Malte Leonardo die dunkelblonde Schöne?

Experten glauben an Echtheit des Gemäldes.
Jenes Gemälde, das derzeit offenbar im Museum of Fine Arts in Boston untersucht wird, ist nicht das erste, das in letzter Zeit Leonardo da Vinci zugeschrieben wurde.

Das Porträt einer jungen hübschen Frau mit entrücktem sinnlichem Blick, geröteten Wangen und gebundenem Zopf beschäftigte bereits vergangenes Jahr die Kunstwelt: Ist Da Vinci (1452-1519), Schöpfer der legendären "Mona Lisa", auch der Urheber dieses Bildnisses? Wissenschaftler halten es für wahrscheinlich.

Fingerabdruck als Indiz
Denn es wurde ein Fingerabdruck auf dem Bild entdeckt, der große Ähnlichkeit mit einem Fingerabdruck auf einem Werk Da Vincis im Vatikan haben soll, wie die britische Fachzeitschrift "Antiques Trade Gazette" berichtete.

Der Fingerabdruck am oberen linken Rand des Gemäldes kam bei einer Untersuchung in einem Pariser Speziallabor ans Licht. Das Labor hatte insgesamt 18 Monate an dem Bild geforscht.

Kopf im Seitenprofil
Das 33 mal 24 Zentimeter große Werk zeigt den Kopf der unbekannten Schönen im Seitenprofil, der Hintergrund ist goldfarben. Der Künstler hatte das Bild unter anderem mit Kreide auf Pergament gebracht. Kleider und Frisur der gemalten Frau sind der Mailänder Mode des späten 15. Jahrhunderts ähnlich.

Bei einer Untersuchung zur Entstehungszeit habe ein Schweizer Institut einen Zeitraum zwischen 1440 und 1650 angegeben.

Für nur 19.000 Dollar versteigert
Das Bild hatte bei einer Versteigerung in New York im Jahr 1998 für 19.000 Dollar den Besitzer gewechselt. Bei der Auktion wurde es als ein Werk aus dem 19. Jahrhundert angepriesen.

Sollte es sich um einen Leonardo handeln, wäre das Bild der "Antiques Trade Gazette" zufolge rund 100 Millionen Euro wert. Seit 2007 befindet es sich im Besitz des Kunstsammlers Peter Silverman.

In Labor untersucht
Der kanadische Kunstexperte Peter Paul Biro hat die Multispektralbilder des Pariser Labors untersucht. Nach seiner Expertise hat der Abdruck eine hohe Übereinstimmung mit dem Abdruck eines Zeige- oder Mittelfingers auf Leonardos Bildnis des heiligen Hieronymus im Vatikan.

Nach Angaben Biros handelt es sich beim heiligen Hieronymus um ein frühes Werk Leonardos aus einer Zeit, als er noch keine Assistenten beschäftigte. Infrarotaufnahmen zeigten zudem eine hohe Ähnlichkeit mit einem Frauenporträt Da Vincis, das in Schloss Windsor hängt.

Tochter eines Herzogs
Die Laborergebnisse stützen die These des Da-Vinci-Experten Martin Kemp, wie das Magazin weiter schreibt. Der ehemalige Professor für Kunstgeschichte an der Universität Oxford habe seine Erkenntnisse über das Bild in einem Buch zusammengetragen.

Nach seinem Dafürhalten könnte es sich bei der porträtierten Frau um Bianca Sforza handeln, die Tochter eines Herzogs von Mailand.

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