"Eine sehr korrekte Handlung"

Wolf ist sich keiner Schuld bewusst.
Der nunmehr suspendierte "Airchief", Erich Wolf, hat am Samstag im Ö1-"Journal zu Gast" angegeben, "kein Opfer" sein zu wollen. Er wies jede durch finanzielle Interessen bedingte Beeinflussung der Kaufentscheidung für den Eurofighter und den Vorwurf der falschen Zeugenaussage von sich.

"Wusste nichts von Zahlung"
Die umstrittene Zahlung seines Freundes, des EADS-Lobbyisten Erhard Steininger, an eine Firma seiner Frau sei weder ein Geschenk, noch ein zinsloses Darlehen gewesen, sondern eine Vorauszahlung für eine Leistung, die bisher noch nicht erbracht wurde.

Die Firma habe allerdings durch diese Zahlung gerettet werden können. Er selbst, so Wolf, habe von diesem Geldtransfer nichts gewusst. Er sei zwar im Firmenbuch als Kommanditist und Prokurist eingetragen, habe aber tatsächlich seit Ende der 90er Jahre nicht mehr aktiv für das Unternehmen gearbeitet.

Es habe damals Dinge gegeben, mit denen ihn seine Frau eben nicht belasten wollte. "Sie hat das mit ihrem Freund, dem Herrn Steininger, geregelt und mit mir nicht geredet", sagte Wolf.

"Vielleicht klüger machen können"
Rückblickend konstatiert Wolf: "Vielleicht hätte man das klüger machen können, ich habe das auch mit meiner Frau besprochen." Dann sei man aber gemeinsam zu dem Schluss gelangt: "Das war eine sehr korrekte Handlung." Das Schicksal gehe eben mitunter einen Weg, der "nicht immer so klar" sei.

"Überhaupt kein Unrechtsbewusstsein"
Den Vorwurf, Steininger habe in von ihm veranstaltetes Golfturnier mit finanziert, ließ Wolf nicht gelten. Es sei notwendig gewesen, "dass man jede Gelegenheit dazu nützt, in der Öffentlichkeit aufzutreten", das Golfturnier habe der Information über die Luftverteidigung gedient. Er habe in diesem Fall jedenfalls "überhaupt kein Unrechtsbewusstsein".

Auf die Frage, ob er Infoveranstaltungen auch von anderen Jet-Anbietern zahlen habe lassen, sagte Steininger, daran könne er sich nicht erinnern.

"Alle Geldflüsse nachvollziehbar"
Insgesamt kann sich Wolf nicht vorstellen, dass im Rahmen des Beschaffungsvorganges für neue Kampfjets des Bundesheeres Schmiergelder geflossen seien. Die Welt sei heute so vernetzt, dass ohnehin alle Geldflüsse nachvollziehbar seien.

In Kontakt mit Steininger
Wolf geht auch davon aus, dass Steininger nichts Illegales gemacht hat - "so wie ich ihn seit vielen Jahren kenne". Die Eurofighter-Affäre habe nichts an seiner Freundschaft mit Steininger geändert.

Auch jetzt stehe er noch in Kontakt mit Steininger - der sich ja außer Landes befindet und den Vorladungen zum Untersuchungsausschuss nicht nachkommt. "Wir haben telefoniert", so Wolf.

Wolf fürchtet nicht um sein Leben
Kürzlich war ein angebliches Schreiben von Steininger aufgetaucht, in dem er angegeben haben soll, deshalb nicht nach Österreich zu kommen, weil er um sein Leben fürchte.

Darüber, so Wolf, habe er mit seinem Freund nicht gesprochen. Er selbst fürchte nicht um sein Leben.

"Rolle dramatisch überbewertet"
Die Gründe, warum er von Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) als "Airchief" suspendiert wurde, sind Wolf rätselhaft: "Ich kenne seine Gründe nicht."

Der im Bescheid aufgestellten Behauptung, er habe dem Ansehen des Bundesheeres geschadet, stellte Wolf in Abrede. Seine Rolle im Beschaffungsvorgang hält er grundsätzlich für "dramatisch überbewertet".

SPÖ: "Peinliche Aussagen"
Teils heftige Kritik übten SPÖ und Grüne an Wolfs Aussagen. Der SPÖ-Fraktionsführer im Eurofighter-Untersuchungsausschuss, Günther Kräuter, sprach in einer Aussendung von "peinlichen und falschen Aussagen".

"Neue Variante aufgetischt"
Für Kräuter hat Wolf eine "neue Variante des Geldflusses" von EADS-Lobbyist Erhard Steininger an das Ehepaar Wolf "aufgetischt". Zum Zeitpunkt der Geldüberweisung von Steininger sei Wolf laut Firmenbuch selbst Prokurist und Kommanditist der Firma Creative Promotion gewesen.

Grüne verweisen auf Rechnungshof-Kritik
Kritik kam auch von den Grünen. Offenbar in Anspielung auf die Aussagen Wolfs, alles sei korrekt abgelaufen, verwies der Abgeordnete Werner Kogler darauf, dass der Rechnungshof "heftige Kritik" an der Typenentscheidung und am Eurofighter-Vertrag selbst geübt habe.

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