Drei Eurofighter einfach stehen lassen

Hoeveler: "Drei Flieger bleiben auf dem Boden."
Ab nächster Woche will Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) mit Eurofighter-Chef Aloysius Rauen in "intensive Verhandlungen" über den Ankauf der 18 Eurofighter treten.

Einen Ausstieg aus dem Vertrag schloss Rauen aus. Im "Kurier" (Freitag-Ausgabe) erklärte jedoch Eurofighter-Sprecher Wolfdieter Hoeveler, wie er sich eine "Verbilligung" vorstellen kann.

Logistikvertrag noch nicht abgeschlossen
Demnach ist an dem Preis der Abfangjäger selbst nicht zu rütteln - "bei Logistik und Ersatzteilen ist das Feld aber weit". Denn der Logistikvertrag ist noch nicht abgeschlossen - im Gegensatz zum Kaufvertrag.

Zwei, drei Flieger "ständig auf dem Boden"
"Wenn der Kunde sagt, das und das brauche ich nicht und ich reduziere etwas beim Logistikpaket, dann kann man darüber reden", so Hoeveler.

Bestimmte Ersatzteile für die Eurofighter würden so verspätet oder gar nicht geliefert, wodurch sich die Republik Geld ersparen würde. Hoeveler gegenüber dem Kurier: "Zwei oder drei Flieger bleiben wegen Mangels an Ersatzteilen ständig auf dem Boden."

Die Stückzahl aktiver Eurofighter würde so unter dem Strich um zwei bis drei verringert - bei vollem Kaufpreis der 18 Flieger.

Liefervertrag "selbstverständlich aufrecht"
Drei Stunden lang waren am Donnerstag Darabos und Rauen bei einem geheimen Treffen zusammengesessen. Über den Inhalt wurde Vertraulichkeit vereinbart, hieß es aus dem Ministerium gegenüber der APA.

Ab nächster Woche werde man in eine "intensive Verhandlungsphase" treten. Am Liefer- und Produktionsplan für die österreichischen Jets ändert sich damit aber nichts. Dieser sei "selbstverständlich" weiter aufrecht, teilte der Produzent mit.

Vertraulichkeit vereinbart
Die Unterredung fand irgendwo in Wien statt. Im Ministerium sprach man von einem "konstruktiven Gespräch". Ab nächster Woche solle es weitere Verhandlungen mit Eurofighter geben. Für den Produzenten ändert das allerdings nichts. Der Vertrag werde weiter umgesetzt, hieß es. Die Produktion laufe nach Plan.

Keine Ausstiegsgründe?
Erklärtes Ziel von Darabos ist es, die Flugzeuge zumindest billiger zu machen. Gründe für einen Ausstieg wurden bisher nicht gefunden. Und angesichts der "Absetzbewegungen" (Peter Pilz, Grüne) im Untersuchungsausschuss läuft Darabos die Zeit immer mehr davon.

Erstes Treffen im Jänner
Mitte Jänner war es zu einem ersten Treffen des Ministers mit Rauen gekommen. Über das Gespräch, das angeblich in einem Flughafenhotel stattfand, gibt es gegensätzliche Darstellungen. Während Rauen von einem reinen Kennenlerntreffen berichtete, war es für Darabos bereits ein ernsthaftes Gespräch "mit Substanz".

Die Ausgangslage
Die Ausgangslage vor dem Treffen war klar: Während Darabos auf eine Verbilligung des Deals drängen wollte, pochte EADS auf die Erfüllung des Vertrags.

Seine Stoßrichtung hatte der Verteidigungsminister zuletzt bereits klargemacht. Er sieht offenbar die Möglichkeit, den Preis zu drücken, vor allem bei den Betriebskosten. Die entsprechenden Verträge mit 30 Jahren Laufzeit und derzeit 50 Millionen Euro jährlichem Volumen hat die Vorgängerregierung nämlich nicht mehr unterzeichnet.

Landet erster Jet erst später?
Im Juni soll mit dem AS001 der erste Eurofighter an Österreich geliefert werden. Darabos will diesen Termin wegen der fehlenden Software-Lizenzen aus den USA verschieben. Im Vertrag ist geregelt, dass Österreich für die Beschaffung der Lizenzen zuständig ist.

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