Auf Yacht von Julius Meinl

Ministerium bestätigt Treffen nach anfänglichem Dementi.
Von einem gemeinsamen Yachtausflug Finanzminister Karl-Heinz Grassers mit dem Investmentbanker Wolfgang Flöttl berichtet der "Standard" in seiner Wochenend-Ausgabe. Demnach haben Grasser und Flöttl im August 2005 einen Teil ihres Urlaubs auf der Yacht von Julius Meinl an der nördlichen Adriaküste verbracht. Ebenfalls mit dabei war demnach Fiona Swarovsky, mittlerweile mit Grasser verheiratet.

"Weder befreundet noch bekannt"
Meinl und der in die BAWAG-Affäre verstrickte Flöttl kennen einander seit Anfang der 80er Jahre. Nach anfänglichen Dementis ("frei erfunden", "Schwachsinn") bestätigte das Finanzministerium das Treffen gegenüber dem "Standard".

Es betonte jedoch, dass Grasser mit Flöttl "weder befreundet noch bekannt ist". Die beiden sind einander jedoch mehrmals begegnet - erstmals im Dezember 2000 bei einem Empfang für Finanzexperten in New York.

"BAWAG war kein Thema"
Grassers Pressesprecher Manfred Lepuschitz betont, dass die BAWAG bei den Treffen zwischen dem Minister und Wolfgang Flöttl kein Thema gewesen sei.

"Bundesminister Grasser und Herr Flöttl haben einander nie bilateral getroffen, nicht telephoniert oder Ähnliches, und nie über das Thema BAWAG im Allgemeinen oder über spezielle Fragen diesbezüglich gesprochen", heißt es in einer Aussendung vom Freitagabend. Außerdem hätten Grasser und Flöttl "keinerlei geschäftlichen oder freundschaftlichen Kontakt" unterhalten.

SPÖ fordert Rücktritt
Die SPÖ forderte nach Bekanntwerden des gemeinsamen zweitägigen Yachturlaubs den Rücktritt des Finanzministers. Die ÖVP lehnte das vehement ab. "Wenn die SPÖ nun versucht, im SPÖ-ÖGB-BAWAG-Skandal den Polizist zum Dieb zu machen, ist das Ablenkungsmanöver nur allzu leicht durchschaubar", so ÖVP-Generalsekretär Reinhold Lopatka.

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