Endstation Sevilla

Erbgut von Kolumbus' Bruder beweist: Der Entdecker liegt in Sevilla begraben.

  500 Jahre nach dem Tod von Christoph Kolumbus hat eine DNA-Analyse den Streit über die Grabstätte des Entdeckers zu Gunsten von Spanien entschieden.

Ein Vergleich der DNA von Knochen aus dem Kolumbus zugeschriebenen Grab in der Kathedrale von Sevilla mit Erbgut von Kolumbus' Bruder Diego beweise, dass der am 20. Mai 1506 gestorbene Seefahrer tatsächlich in der südspanischen Stadt bestattet sei, erklärte der Historiker Marcial Castro von der Universidad de Granada am Freitag.

Dominikanische Republik: Wir haben Kolumbus

Auch die Dominikanische Republik beansprucht das Grab des Amerika-Entdeckers für sich. Die dortigen Behörden weigerten sich jedoch, den Wissenschaftlern unter der Leitung des Spaniers Jose Antonio Lorente Proben aus einer Gedenkstätte für Columbus zur Verfügung zu stellen.

Castro sagte, mit den neuen Erkenntnissen sei es jetzt umso interessanter herauszufinden, wer dort beigesetzt sei.

Einsamer Tod

An das Totenbett von Kolumbus waren weder ein Bischof noch ein Gesandter des Königs gekommen: Als Christoph Kolumbus am 20. Mai 1506 in der spanischen Stadt Valladolid starb, war der berühmte Entdecker schon fast in Vergessenheit geraten.

Man ließ nicht einmal seinen Letzten Willen gelten, in Übersee begraben zu werden. Stattdessen wurde der Leichnam in Spanien beigesetzt.

Grabstätte mehrmals geöffnet

Auch nach seinem Tod fand Kolumbus keine Ruhe. Seine Grabstätte wurde wenigstens zehn Mal geöffnet, die Gebeine reisten zwischen Europa und Lateinamerika hin und her.

In Genua geboren?

Ebenso unsicher wie Kolumbus' Grabstätte ist auch sein Geburtsort. Die Mehrheit der Experten geht davon aus, dass Kolumbus 1451 - das Datum steht nicht fest - als Sohn eines Wollwebers in Genua geboren wurde. "Diese Theorie ist auch heute noch die glaubwürdigste", meint der spanische Historiker Luis Arranz.

Die Theorie ist aber nur eine von vielen. Manche Wissenschaftler behaupteten, der Entdecker komme aus Galicien in Nordwestspanien, andere meinten, er stamme aus Portugal, Frankreich, Katalonien, Mallorca oder Ibiza.

Herkunft verschleiert

Kolumbus selbst tat alles, seine Herkunft zu verschleiern, und bezeichnete sich als "Fremden". Als Seefahrer sprach er viele Sprachen, aber seine Schriften fasste er fast vollständig auf Spanisch ab - mit portugiesischem und katalanischem Einschlag. Wenn er aus Genua stammte, weshalb schrieb er nicht auf Italienisch?

Der Historiker Salvador de Madariaga und Simon Wiesenthal vermuteten, dass Kolumbus möglicherweise jüdischer Abstammung war und das geheim halten wollte. Sie trugen einige Indizien für ihre These zusammen, belegen konnten sie sie aber nicht.

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