| Entscheidung in nächsten zwei Wochen | |
Im ÖGB gilt es nun zwei Spitzenpositionen neu zu besetzen.
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Der ÖGB will nach den Turbulenzen um den zurückgetretenen ÖGB-Präsidenten Fritz Verzetnitsch wieder zur Ruhe kommen und bereits in den nächsten 14 Tagen über einen Nachfolger entscheiden. "Wir wollen in den nächsten zwei Wochen den Wahlvorschlag vorlegen, der vom außerordentlichen Bundeskongress formal abgesegnet wird", sagt der interimistische ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer in der Mittwoch-Ausgabe des "Kurier". "Die andauernden Personalspekulationen tun uns nicht gut." "Nicht zum Stillstand kommen" Der ÖGB als größte Arbeitnehmerorganisation Österreichs dürfe nicht durch Interna-Diskussionen zum Stillstand kommen, so Hundstorfer auch in einer ORF-Diskussion Montagabend: "Diese Kraft haben wir, dass wir sehr rasch diese Diskussion intern führen können." Neuerlich gab er keine Antwort darauf, ob er beim außerordentlichen Bundeskongress Ende Juni für die reguläre Verzetnitsch-Nachfolge kandidieren wird. Erneut Kompromisskandidat? Wesentliche Frage scheint bei der Suche nach einem neuen Präsidenten, ob ein charismatischer Vorsitzender einer Einzelgewerkschaft oder - wie vor 19 Jahren auch mit Verzetnitsch - ein Kompromisskandidat an die Spitze des ÖGB gewählt wird. Geklärt sein sollen die nun offenen ÖGB-Personalfragen spätestens bis zum außerordentlichen Bundeskongress Ende Juni. Hundstorfer nur mit Außenseiterchancen Lediglich Außenseiterchancen werden dabei Beobachtern zufolge Hundstorfer, Chef der Gemeindebediensteten-Gewerkschaft, gegeben, der auf ausdrücklichen Wunsch von Verzetnitsch interimistisch dessen Nachfolge antrat. Auch dem Chef der Privatangestellten-Gewerkschaft (GPA), Wolfgang Katzian, werden kaum Chancen eingeräumt - immerhin wird Katzian durch den Verzetnitsch-Rückzug aus dem Parlament sein Wunsch nach einem Nationalratsmandat erfüllt. Folgt Haberzettl? Weit höhere Chancen werden dem Chef der Eisenbahner-Gewerkschaft, Wilhelm Haberzettl, eingeräumt, gilt dieser doch trotz seiner 51 Jahre als junger Hoffnungsträger. Ebenfalls im Rennen ist der Vorsitzende der Drucker-Gewekschaft, Franz Bittner, der durch die bereits beschlossene Fusion mit der GPA seinen Posten als Chef einer Einzelgewerkschaft verliert. Nürnberger eher unwahrscheinlich Praktisch ausgeschlossen ist, dass der mächtigste Gewerkschafter, Metaller-Chef Rudolf Nürnberger, den Posten übernimmt. Eher wird derzeit darüber spekuliert, dass Nürnberger nach der vollzogenen Fusion seiner Metaller mit der Gewerkschaft Agrar-Nahrung-Genuss früher als geplant sein Amt zurücklegt - mehr dazu in oe1.ORF.at. Auch Posten des Finanzchefs vakant Da auch Günter Weninger nach seinem bereits für 6. April angekündigten Rückzug als BAWAG-Präsident nun auch seinen Rücktritt als ÖGB-Finanzchef bekannt gab, gilt es zudem gleich zwei wichtige Posten neu zu besetzen. Künftig zwei Finanzchefs? Wie die Tageszeitung "Der Standard" in seiner Mittwoch-Ausgabe berichtet, sollen die Agenden des scheidenden Weninger in einen politischen und einen prokuristischen Nachfolger geteilt werden. Zu letzterem soll vom ÖGB-Vorstand am Mittwoch Weningers "Ziehsohn" Clemens Schneider bestellt werden. Der 42-jährige Ex-Banker ist derzeit Generalbevollmächtigter der Solidarität Privatstiftung des ÖGB. In dieser Privatstiftung liegt auch der Streikfonds der Gewerkschaft. Unklar ist vorerst noch, wer der politische Nachfolger Weningers werden soll. Dieser solle die dringend notwendigen Reformen gegen innere Widerstände durchdrücken, schreibt der "Standard". Neugebauer für Neupositionierung Als Konsequenz aus den BAWAG-Turbulenzen und dem Rücktritt von Verzetnitsch fordert indes der Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD), Fritz Neugebauer, eine Neupositionierung des ÖGB. Die Rolle der Einzelgewerkschaften sollte gestärkt, der ÖGB auf eine koordinierende Funktion reduziert werden. Außerdem sollte die Überparteilichkeit des ÖGB stärker gelebt werden und die Christgewerkschafter müssten in den Gremien mehr Berücksichtigung finden, so Neugebauer. Nürnberger will rasche ÖGB-Reform Auch Nürnberger drängt auf eine rasche Reform der Gewerkschaftsstruktur. Beim außerordentlichen Bundeskongress im Juni dürfe es nicht bloß bei einer Wahl des Nachfolgers von Verzetnitsch bleiben: "Es muss neben der personellen Neubesetzung klar erkennbar sein, wie's mit der Gewerkschaftsstruktur weitergeht", sagt Nürnberger in der Mittwoch-Ausgabe der "Presse". Links: |
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