Der britische Premierminister David Cameron wird heute zum ersten offiziellen Besuch seit seiner Amtseinführung im Mai in den USA erwartet. Bei den Gesprächen mit US-Präsident Barack Obama soll es vor allem um Afghanistan gehen.
Es wird aber auch damit gerechnet, dass Cameron sich kritischen Fragen zum britischen Ölkonzern BP stellen muss. BP ist in den USA mittlerweile nicht mehr nur wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko in der Kritik.
Lockerbie-Attentäter gegen Ölgeschäft?
US-Senatoren werfen BP außerdem vor, in die vorzeitige Freilassung des Attentäters von Lockerbie und dessen Rückkehr in seine Heimat Libyen verwickelt gewesen zu sein. Bei dem Attentat auf ein Flugzeug über dem schottischen Ort Lockerbie waren viele Amerikaner ums Leben gekommen. Die Senatoren sind der Meinung, BP habe sich ein Ölgeschäft mit Libyen sichern wollen und die Freilassung beeinflusst. BP dementierte, Druck ausgeübt zu haben.
Cameron kritisiert Freilassung
Cameron kritisierte die umstrittene vorzeitige Freilassung des Lockerbie-Attentäters aus Libyen scharf. Der Ölkonzern BP hatte in der vergangenen Woche zugegeben, die britische Regierung unter Camerons sozialdemokratischem Vorgänger Gordon Brown auf mögliche wirtschaftliche Auswirkungen hingewiesen zu haben, sollte die Freilassung libyscher Gefangener nicht schnell genug gehen.