Abbas verweigert direkte Verhandlungen mit Israel

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat die vom US-Nahost-Sondergesandten George Mitchell vorgeschlagene Aufnahme direkter Friedensgespräche mit Israel abgelehnt. Das sagte Mohammed Dachlan von der palästinensischen Fatah-Bewegung gestern nach einem Gespräch zwischen Abbas und Mitchell in Ramallah.

Der US-Gesandte habe auf palästinensische Bedingungen für Gespräche keine israelische Antworten überbringen können, sagte Dachlan zur Begründung. Israel und die US-Regierung drängen die Palästinenser zu direkten Friedensverhandlungen. Derzeit vermittelt Mitchell noch zwischen beiden Parteien.

Auch Ashton will vermitteln
Die vier Monate lange Frist für diese indirekten Gespräche läuft im September aus. Die Palästinenser fordern vor direkten Gesprächen verbindliche Zusagen über den Inhalt und Zeitrahmen. Sie befürchten, dass die von rechtsgerichteten und siedlerfreundlichen Parteien dominierte Regierung in Israel sonst Friedensverhandlungen endlos hinauszögert.

Gestern nahm unterdessen die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton einen dreitägigen Nahost-Besuch auf. Sie will dabei Lösungen für den Nahost-Konflikt ausloten. Auch sie die EU setzt nach ihren Worten für direkte Verhandlungen ein. Ashton will neben Israel und den von der Palästinenserbehörde verwalteten Autonomiegebieten auch den Gazastreifen besuchen, wo die Hamas herrscht.