Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao hat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel heute zum Auftakt ihres zweitägigen Besuchs in Peking mit militärischen Ehren empfangen. Er wird Merkel auch nach Xi'an begleiten, wo sie sich morgen die weltberühmte Terrakotta-Armee ansehen will.
Die deutsche Bundesregierung wertete es als ein Zeichen der Anerkennung, dass sich der Ministerpräsident für den Besuch der Kanzlerin persönlich viel Zeit nimmt.
Spannungen nach Dalai-Lama-Empfang 2007
Die Spannungen nach Merkels Empfang des Dalai Lama, des geistlichen Oberhaupts der Tibeter, im Jahr 2007, gelten als mittlerweile überwunden. Den Empfang im Kanzleramt hatte Peking als Einmischung in innere Angelegenheiten empfunden und war zunächst auf Distanz zu Deutschland gegangen.
Auf dem Programm von Merkels Chinabesuch standen auch ein Treffen mit Staatspräsident Hu Jintao und außerdem Vertragsunterzeichnungen von deutschen und chinesischen Unternehmen, ein Treffen mit dem deutsch-chinesischen Dialogforum sowie mit Absolventen der zentralen Parteihochschule der Kommunistischen Partei Chinas.
"Völlig neue Grundlage"
Deutschland und China würden ihre Beziehungen "auf eine völlig neue Grundlage stellen", so Merkel. Die Partnerschaft solle ausgebaut und durch jährliche Konsultationen der Spitzen beider Regierungen vertieft werden. "Wir sitzen im gleichen Boot", erklärte Wen. Er und Merkel legten ein 28-Punkte-Kommunique vor, das eine engere Zusammenarbeit in Politik - speziell auch beim Klimaschutz -, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft vorsieht. "Die chinesisch-deutschen Beziehungen haben die Probleme der internationalen Finanzkrise überstanden", so Wen.
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