WIFO kritisiert Energiepolitik

Österreich war in der Vergangenheit Vorreiter im Umwelt- und Energiebereich, ist in den letzten Jahren aber zurückgefallen. Das Kyoto-Ziel wurde weit - um ganze 26 Prozent - verfehlt, das Wirtschaftswachstum ist immer noch mit steigendem Material- und Energieverbrauch verbunden, der Anteil der Ökosteuern am Bruttoinlandsprodukt (BIP) vergleichsweise gering, konstatierte WIFO-Chef Karl Aiginger gestern.

Die EU-Klimaziele werde Österreich erreichen, das Wirtschaftsforschungsinstitut wünsche sich aber einen "anspruchsvolleren Weg" bei der heimischen Energiepolitik. Die im März präsentierte Energiestrategie der Regierung sei "leider weiterhin sehr aufkommenslastig und widmet sich viel zu wenig den Energiedienstleistungen", kritisierte Umweltökonom Stefan Schleicher.

Aiginger forderte eine Erhöhung der Mineralölsteuer (MöSt) und warnte im Hinblick auf die Budgetkonsolidierung vor Einsparungen im Umweltbereich.