Serbien will neue Kosovo-Verhandlungen erzwingen

Serbien will mit Hilfe des Internationalen Gerichtshofs (IGH) neue Verhandlungen über das Kosovo erzwingen. Das berichteten die Medien heute in Belgrad unter Berufung auf die Regierung. Nach dem Urteil des höchsten UNO-Gerichts in der kommenden Woche wolle Belgrad in der UNO-Vollversammlung eine Resolution durchsetzen, die neue Gespräche zwischen Serbien und dem Kosovo verlangt.

Serbien werde einen solchen Beschluss gegen die Mehrheit der EU-Mitglieder und die USA erreichen, die wie insgesamt 69 Staaten die Selbstständigkeit des Kosovo anerkannt hatten, kündigte Serbiens Außenminister Vuk Jeremic an.

In den neuen Statusverhandlungen strebt Serbien nach diesen Informationen einen Gebietsaustausch an. Der Norden des Kosovo mit seiner serbischen Mehrheit solle Serbien angegliedert werden. Im Gegenzug solle das Kosovo Teile des sogenannten Presevo-Tals im Süden Serbiens an der Ostgrenze des Kosovo mit einer albanischen Mehrheit erhalten. Schließlich will Belgrad die mittelalterlichen serbischen Klöster im Kosovo unter internationaler Kontrolle der serbisch-orthodoxen Kirche zusprechen.

IGH-Urteil nächste Woche
Der IGH wird kommenden Donnerstag sein Urteil darüber abgeben, ob die Abspaltung der Albanerprovinz Kosovo von Serbien vor zweieinhalb Jahren gegen das internationale Recht verstoßen hat. Nach Darstellung der serbischen Regierung wird das Urteil die Selbstständigkeit des Kosovo für rechtswidrig erklären. Die USA sowie die großen EU-Länder hatten wiederholt jede Teilung des Kosovo abgelehnt.

Auch werde die Anerkennung der staatlichen Selbstständigkeit des Kosovo nach einem wie immer gearteten IGH-Urteil nicht überprüft werden.