Hatte es der russische Spionagering in den USA auch auf die Hightech-Industrie abgesehen? Der jüngst enttarnte zwölfte Agent arbeitete für den weltgrößten Software-Konzern Microsoft. Schaden soll er dabei aber keinen angerichtet haben.
Alexej Karetnikow sei als Software-Tester angestellt gewesen, bestätigte ein Konzernsprecher der Nachrichtenagentur dpa und gab gleichzeitig Entwarnung: "Wir haben seine Aktivitäten durchleuchtet und sind uns sicher, dass er weder Microsoft-Software noch das interne Netzwerk oder unsere Kunden gefährdet hat."
Neun Monate lang ging Karetnikow in der Zentrale des Konzerns in Redmond ein und aus. Nach Angaben von US-Medien hatten die Behörden ihn aber schon seit seiner Einreise im Oktober im Auge. Er habe keine Geheimnisse auskundschaften können, hieß es.
"Nicht einmal im Aquarium"
Anders als bei zehn russischen Agenten, die in der vergangenen Woche ausgetauscht wurden, erheben die US-Behörden gegen den Mann keine Beschuldigungen. Während die Agenten wegen ihrer erfolglosen Aufklärungsarbeit nur "kleine Fische" gewesen seien, habe der 23-Jährige es "nicht einmal ins Aquarium" geschafft, sagte ein Beamter dem Sender CNN. Der Russe solle nun ausgewiesen werden.
Von dem elften Mann der enttarnten Agentengruppe fehlt dagegen weiter jede Spur. Ihm war auf Zypern die Flucht gelungen.