Eine unerwartet träge Erholung und die Folgen der Schuldenkrise in Europa: Angesichts konjunkturellen Gegenwinds hat die US-Notenbank ihre diesjährige Wachstumsprognose für die größte Volkswirtschaft der Welt leicht gesenkt. Für 2010 sei nun mit einem Plus zwischen drei und 3,5 Prozent zu rechnen, teilte die Federal Reserve gestern mit. Vor drei Monaten hatte die Fed noch einen Zuwachs zwischen 3,2 und 3,7 Prozent vorausgesagt.
Grund für die Korrektur seien jüngste Wirtschaftsdaten sowie "erwartete Auswirkungen von Entwicklungen im Ausland auf US-Finanzmarkt und Wirtschaft".
Viele Hemmnisse
Die Erholung werde gleich von einer ganzen Reihe von Faktoren gehemmt: Verunsicherung von Verbrauchern und Geschäftsleuten, anhaltende Schwäche auf dem Immobilienmarkt, eine nur langsame Verbesserung der Lage auf dem Arbeitsmarkt, die schwindende Unterstützung durch Konjunkturprogramme und einer nur allmählichen Verbesserung der Kreditbedingungen.
Unverändert sieht die Fed die Wirtschaftsentwicklung in zwei Jahren: 2012 erwartet die Zentralbank weiterhin ein Wachstum zwischen 3,5 und 4,5 Prozent - allerdings bei einer für amerikanische Verhältnisse immer noch hohen Arbeitslosigkeit zwischen 7,1 und 7,5 Prozent. In diesem Jahr erwartet die Federal Reserve von Notenbankchef Ben Bernanke eine Rate zwischen 9,2 und 9,5 Prozent.