Vor dem Hintergrund von Entführungsvorwürfen aus Teheran haben die USA dem iranischen Atomphysiker Schahram Amiri ausdrücklich die Rückkehr in sein Heimatland freigestellt. Amiri sei "aus freien Stücken" in den USA und könne jederzeit ausreisen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums heute in Washington. Iranische Medien hatten zuvor gemeldet, Amiri sei in die Interessenvertretung des Iran in Washington geflohen.
US-Ministeriumssprecher Philip Crowley sagte, Amiri habe ursprünglich gestern in den Iran zurückkehren wollen, die Reise aber aus organisatorischen Gründen nicht antreten können. "Er ist jederzeit frei zu gehen", sagte Crowley. Der Sprecher wollte ausdrücklich keinen Kommentar zu US-Medienberichten abgeben, wonach der Atomphysiker ein Überläufer sei und mit dem US-Geheimdienst CIA zusammenarbeite.
Iran: Von US-Geheimdienst entführt
Das iranische Staatsfernsehen hingegen bekräftigte die offizielle Teheraner Darstellung, wonach Amiri vom US-Geheimdienst entführt worden sei. Er wolle "so schnell wie möglich" in den Iran zurückkehren, sagte ein Mann, der als Amiri vorgestellt wurde, in einem Telefoninterview.
Er sei in den vergangenen 14 Monaten einem "beträchtlichen psychologischen Druck" ausgesetzt und von "bewaffneten Männern" bewacht worden. Die USA hätten vorgehabt, ihn heimlich zurück in den Iran zu schicken, sagte Amiri.