Israel räumt Fehler bei Erstürmung der Gaza-Flotte ein

Die israelische Armee hat in ihrer internen Untersuchung des Angriffs auf die Hilfsflotte für den Gazastreifen Ende Mai Fehler eingeräumt. Bei der Vorbereitung und Ausführung der Kommandoaktion seien "Fehler auf einer relativ hohen Ebene" der Armeeführung geschehen, hieß es in dem heute veröffentlichten Untersuchungsbericht. Der Angriff, bei dem neun türkische Staatsbürger ums Leben kamen, war international verurteilt worden.

Die im "Entscheidungsprozess" gemachten Fehler hätten "zu einem Ergebnis geführt, das wir nicht wollten", sagte der General der Reserve, Giora Eiland, der mit der Untersuchung des Militäreinsatzes beauftragt war. Eiland sprach auch von Verfehlungen bei der militärischen Aufklärungsarbeit.

Zugleich hob der General "positive Schlussfolgerungen" hervor. So hätten sich die Elitesoldaten "mutig und sehr professionell" verhalten und nur bei Gefahr für das eigene Leben Gewalt angewendet.

Die Zeitung "Jediot Ahronot" hatte zuvor bereits aus dem 150-seitigen Abschlussbericht zitiert, dass die Marine die Gefahr unterschätzt habe, dass die Soldaten bei der Kaperung der Schiffe auf Widerstand treffen könnten. Von der israelischen Armee veröffentlichte Videobilder von der Erstürmung des türkischen Hauptschiffs "Mavi Marmara" hatten gezeigt, wie Aktivisten auf die Soldaten einschlugen.