Wegen des Hitzeschocks in drei ICE-Zügen nach ausgefallenen Klimaanlagen ermittelt jetzt in Deutschland die Polizei gegen die Deutsche Bahn.
Sie überprüfe den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung und der unterlassenen Hilfeleistung durch das Zugspersonal, sagte eine Sprecherin der Bundespolizeidirektion St. Augustin, die für den Bahnhof Bielefeld zuständig ist. Auf dem Hauptbahnhof in Bielefeld war gestern ein ICE aus Berlin gestoppt worden, nachdem sich die Situation in dem überhitzten Zug dramatisch zugespitzt hatte.
Bis zu 50 Grad
In dem Zug herrschten Insassen zufolge Temperaturen zwischen 40 und 50 Grad. Mehrere Schüler und ältere Menschen erlitten einen Hitzekollaps und lagen dehydriert in den Gängen. Eine verzweifelte Mutter versuchte, eine Fensterscheibe einzuschlagen. Bahnchef Rüdiger Grube entschuldigte sich telefonisch bei Schülern und Lehrern und drückte sein Bedauern aus. Die Bahn bot den Betroffenen eine Entschädigung an.
Passagier machte Schaffner aufmerksam
Es sei bereits vor Bielefeld bekannt gewesen, dass die Klimaanlage in dem Zug defekt gewesen sei, sagte die Sprecherin der Bundespolizei. Ein Zeuge habe sich bei einem Zugsbegleiter gemeldet, nachdem er einen strengen Geruch nach verbranntem Gummi bemerkt habe.
Der Zugsbegleiter habe dann festgestellt, dass die Klimaanlage nicht mehr funktioniere. Der Zug sei trotzdem weitergefahren. Ob der Defekt bereits vor der Abfahrt in Berlin bemerkt worden sei, konnte die Sprecherin nicht sagen.