Serbien wirft Kosovo "offene Kriegsdrohung" vor

Die Ankündigung der kosovarischen Regierung, Sondereinheiten ihrer Polizei in den von Serben bewohnten Norden des Landes zu verlegen, ist nach Auffassung des serbischen Staatspräsidenten Boris Tadic "eine offene Kriegsdrohung".

Laut Belgrader Medienberichten von heute erklärte er: "Die kriegshetzerischen Äußerungen und andere Provokationen bedrohen den zerbrechlichen Frieden und die Stabilität im Nordkosovo." Die kosovarische Regierung sei verantwortlich "für die katastrophalen Folgen dieser Drohung", wurde der Präsident zitiert.

Norden bisher unter serbischer Kontrolle
Die Regierung der Kosovo-Albaner hatte die Verlegung der Spezialeinheiten angekündigt, um eventuelle Proteste der serbischen Mehrheit zu unterbinden. Bisher hatte die Regierung keinen Einfluss im Norden, der vollständig von Serbien kontrolliert wurde. Pristina hatte nun im Norden ein erstes Regierungsbüro eröffnet und will jetzt auch Gerichte einsetzen sowie Wahlen organisieren.

Bisher haben 69 Staaten das Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt. Serbien will seine frühere Provinz wieder zurück und wartet auf ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs (IGH) in Den Haag.