Krawalle nach Urteil gegen weißen Ex-Polizisten in den USA

Im US-Bundesstaat Kalifornien ist es nach einem milden Urteil gegen einen weißen Ex-Polizisten zu Ausschreitungen gekommen. Der 28-jährige Mann soll einen unbewaffneten und dazu gefesselten Schwarzen erschossen haben.

Ein Gericht in Oakland bei San Francisco verurteilte ihn wegen fahrlässiger Tötung, womit ihm höchstens eine vierjährige Haftstrafe droht. Nur in Ausnahmen kann der Richter darüber hinausgehen.

Straßenschlachten mit der Polizei
Hunderte Menschen stürmten daraufhin die Straßen der Großstadt. Nach Angaben des US-Fernsehsenders CNN kam es zu Ausschreitungen und Plünderungen. Geschäfte wurden gestürmt und ausgeräumt. Polizisten wurden mit Flaschen und Steinen beworfen, mehrere Feuer gelegt. Auf dem Höhepunkt hätten 800 Menschen an den Ausschreitungen teilgenommen, hieß es. Die Polizei nahm mindestens 50 Menschen fest. Mehrere Personen wurden verletzt.

Am 1. Jänner 2009 war die Polizei wegen einer Schlägerei zu einer U-Bahn-Station gerufen worden. Der 22-jährige Oscar Grant war bereits festgenommen, als er sich offenbar noch einmal wehrte. Während andere Polizisten ihn zu überwältigen versuchten, schoss ihr Kollege. Mehrere Videos, von Passanten mit Mobiltelefonen aufgenommen, zeigen die Szene.

Rassismusvorwürfe gegen Beamte
Als der Schuss losgeht, bäumt sich der junge Mann noch einmal zuckend auf und liegt dann auf dem Boden. "Mein Gott, sie haben ihn erschossen", rufen Menschen immer wieder. Der Schütze selbst sagte später, er habe seinen Elektroschocker statt der Pistole ziehen wollen. Viele Schwarzen werfen Polizei und Gericht Rassismus vor. "Mein Sohn wurde ermordet", rief Grants Mutter laut CNN immer wieder im Gericht. "Das System hat uns im Stich gelassen, aber Gott wird uns nie im Stich lassen."