Wirtschaftsbarometer: Kein rascher Aufschwung

Eine leichte Verbesserung der Lage, aber "keinen Grund zum Jubeln" zeigt das gestern veröffentlichte Wirtschaftsbarometer der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Vor allem die Investitionen springen nach der Wirtschaftskrise nicht so schnell an wie erhofft. Daher würden auch bis 2011 nicht genug neue Jobs entstehen, um alle auf den Arbeitsmarkt drängenden Menschen zu beschäftigen, sagte WKÖ-Präsident Christoph Leitl bei der Präsentation der Ergebnisse.

Leitl will nun eine "Investitionszuwachsprämie" eingeführt sehen. Dafür sollen jene 250 Mio. Euro geöffnet werden, die derzeit für vorzeitige Abschreibungen bestimmt sind. Unternehmen, die mehr investieren als im Schnitt der letzten drei Jahre, sollen zehn Prozent Prämie erhalten. Rein rechnerisch könnten damit 2,5 Mrd. Euro an Investitionen generiert werden, sagte Leitl.

"Kein selbsttragender Aufschwung"
Zudem zeigt das Wirtschaftsbarometer, dass "vorerst kein selbsttragender Aufschwung in Sicht" ist. Dazu wäre ein Wachstum über zwei Prozent nötig, sagte Leitl. "Sorgenkind" der Wirtschaft seien die Investitionen, denn es gebe zwar Ersatz-, aber kaum Neuinvestitionen.

Österreich hinter Euro-Zone zurück
Leitl ist auch "nicht so optimistisch", dass im Herbst der große Aufschwung kommt. Österreich hinke im ersten Quartal 2010 beim Wachstum um 0,3 Prozentpunkte sei der Euro-Zone zurück, in den vergangenen Jahren sei man hingegen immer um einen halben Prozentpunkt schneller gewachsen, erinnerte er.

Positiv verbucht das Wirtschaftsbarometer die Erholung des Außenhandels, Stabilisierung der Finanzmärkte, expansive Geldpolitik, geringe Inflation, Flexibilität und Innovationskraft der KMUs, diskretionäre Fiskalpolitik, positivere Unternehmensergebnisse, einzelne Wirtschaftsbereiche, die sich trotz Krise positiv entwickeln, und erhöhte Kaufkraft.