Nordirland: Bericht über "Bloody Sunday"

38 Jahre nach dem "Bloody Sunday" in Nordirland legt die Untersuchungskommission heute ihren Bericht über den Tag vor, an dem britische Soldaten im nordirischen Derry 14 unbewaffnete Demonstranten erschossen. Die richterliche Untersuchung dauerte zwölf Jahre und war mit 230 Millionen Euro, 2.500 Zeugen und 5.000 Seiten Umfang die teuerste und aufwendigste der britischen Rechtsgeschichte.

Für die irischen Nationalisten symbolisiert der "Blutsonntag" die Willkür der Briten in Nordirland. Der frühere britische Premierminister Tony Blair hatte 1998 unter dem Druck der Öffentlichkeit den Richter Mark Saville mit einer neuen Untersuchung beauftragt; eine erste von 1972 hatte den Einsatz der Armee nach Ansicht der Opferfamilien beschönigt.