Krise Libyen - Schweiz: Berlusconi traf Al Gaddafi

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist heute nach Libyen geflogen. Dort wurde er vom libyschen Staatschef Muammar Al Gaddafi unter dessen Zelt empfangen, berichteten italienische Medien.

Am Gespräch mit Al Gaddafi beteiligten sich auch die Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey und ihr spanischer Amtskollege Miguel Angel Moratinos, die die Ausreise des nach viermonatiger Haft in Libyen freigelassenen Schweizer Geschäftsmann Max Göldi organisieren wollen. Göldi hat laut italienischen Medien, die sich auf libysche Quellen bezogen, mit einem Linienflug das Land bereits verlassen.

Calmy-Rey und ihr libyscher Amtskollege Moussa Koussa hatten zuvor ein Abkommen zu den bilateralen Beziehungen beider Ländern unterzeichnet .

Seit Februar im Gefängnis
Göldi, der seit dem 22. Februar in Tripolis im Gefängnis war, wurde am Donnerstag - wenige Tage vor Ablauf seiner Strafe - aus der Haft entlassen. Der Mitarbeiter des Energie- und Automationstechnik-Unternehmens ABB sowie der tunesisch-schweizerische Doppelstaatsbürger Rachid Hamdani waren im Juli 2008 wegen angeblicher Gesetzesverstöße verhaftet worden. Hamdani konnte Ende Februar ausreisen.

Die Festnahme Göldis hatte den Anschein eines Vergeltungsakts der libyschen Behörden für das Vorgehen der Schweizer Justiz gegen den Sohn des Revolutionsführers.