Russland will nun offenbar doch keine Luftabwehrraketen mehr an den Iran liefern. Der geplante Verkauf von S-300-Boden-Luft-Raketen verstoße gegen die neuen Iran-Sanktionen, sagte ein Mitarbeiter der russischen Regierung heute.
Dagegen hatte ein Sprecher des russischen Außenministeriums am Vortag erklärt, es bestehe keine Verpflichtung, das Raketengeschäft mit der Islamischen Republik abzusagen. Die USA und Israel hatten Russland gebeten, von der Auslieferung der Raketen abzusehen.
Russische Behörden haben dem Iran wiederholt versichert, die neuen Maßnahmen im Streit über das Atomprogramm würden nicht das S-300-Geschäft verhindern. Russland gehört zu den Ständigen Mitgliedern des UNO-Sicherheitsrats und hat die neue Sanktionsrunde mitgetragen. Der Iran wird verdächtigt, heimlich nach Kernwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist den Vorwurf zurück.
"Stück wertloses Papier"
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad nannte am Rande einer Reise nach China den Sanktionskatalog "ein Stück wertloses Papier". Der Iran werde demnach auch weiterhin keine Abstriche an seinem Atomprogramm vornehmen.