Obama zitiert BP-Aufsichtsratschef zu sich

Wegen der Ölpest im Golf von Mexiko hat US-Präsident Barack Obama den Vorsitzenden des Aufsichtsrates des britischen Ölkonzerns BP ins Weiße Haus einbestellt. Carl-Henric Svanberg solle am kommenden Mittwoch Obama Rede und Antwort stehen, teilte das Weiße Haus gestern in Washington mit.

Ein entsprechendes Schreiben vom Chef-Koordinator für das Krisenmanagement an der ölverseuchten Golfküste, Thad Allen, sei an Svanberg geschickt worden. Darin habe Allen nochmals klar gemacht, dass BP "finanziell für alle Kosten voll verantwortlich" sei.

Druck auf BP erhöht
Obama hatte in den vergangenen Tagen den Druck auf BP deutlich erhöht. Unter anderem sagte der Präsident über BP-Chef Tony Hayward, er hätte diesen längst gefeuert. Außerdem setzte die US-Regierung dem britischen Konzern ein Ultimatum für neue Vorschläge im Kampf gegen die Ölpest.

Im Golf von Mexiko war am 20. April die BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon" explodiert und zwei Tage später gesunken. Seitdem fließt Öl ins Meer, zahlreiche Küsten in den USA sind bereits verschmutzt.

BP als leichte Beute
BP könnte wegen der kaum abschätzbaren Kosten der Ölpest ernsthaft in Schwierigkeiten geraten. Obwohl der britische Konzern versichert, der Situation "als starkes Unternehmen" zu begegnen, haben Investoren offensichtlich Zweifel.

Der Konzern ist nach Marktkapitalisierung nur noch halb so viel wert wie vor dem Sinken der "Deepwater Horizon" im April, außerdem gibt es deutliche Anzeichen für Börsenwetten auf ein Aus für BP. Auch wenn das Szenario derzeit nur Spekulation ist - leichte Beute für eine Übernahme ist BP mittlerweile allemal.

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