Der staatliche Mindestpreis für eine 0,5-Liter-Flasche Wodka soll in Russland bis 2013 auf mehr als das Doppelte steigen. Die Regierung in Moskau stimme in Kürze über eine stufenweise Erhöhung von derzeit 89 Rubel auf 200 Rubel (rund 5,30 Euro) ab. Das sagte Vizefinanzminister Sergej Schatalow heute nach Angaben der Agentur Interfax.
"Der Staat will die Leute nicht noch zum Trinken animieren", sagte Schatalow. "Die Menschen verdienen mehr als zu Sowjetzeiten, aber der Wodkapreis ist nicht angemessen gestiegen." Als Kampfansage gegen Panscher und Schwarzbrenner hatte eine Regierungskommission vor einem halben Jahr erstmals den staatlichen Mindestpreis von 89 Rubel für die Standardflasche festgelegt.
Bedenken von Ärzten
Ärzte fürchten, dass sich die Russen bei höheren Preisen wieder vermehrt mit Industriealkohol, Frostschutzmitteln und anderen Ersatzstoffen berauschen. Im größten Land der Erde werden jedes Jahr pro Kopf durchschnittlich 14 Liter reiner Alkohol getrunken. Schon in den 1980er Jahren konnte der damalige sowjetische Präsident Michail Gorbatschow mit einem Verbot das Problem nicht lösen. In Russland sterben jährlich Hunderttausende an den Folgen des Alkoholkonsums.