Russland finanziert Ukraine Atomkraftwerk

Russland finanziert der Ukraine den Ausbau des Atomkraftwerks Chmelnizki mit einem Kredit in Höhe von mindestens 4,1 Milliarden Euro. Der russische Atomkonzern Rosatom errichtet zwei weitere Reaktoren in der Anlage in der Westukraine. Das Geschäft gilt als weitere Annäherung der Nachbarstaaten, die von Viktor Janukowitsch, dem neuen Präsidenten der Ukraine, seit Februar vorangetrieben wird. Moskau schießt das Geld vor, da die Ukraine vor dem Bankrott steht.

Den Vertrag für das Milliardengeschäft unterzeichneten der ukrainische Energieminister Juri Boiko und Rosatom-Chef Sergej Kirijenko heute in Kiew. Die Reaktoren soll Atomstroiexport bauen, wie die Agentur Interfax meldete.

Nach Angaben der Kiewer Zeitung "Kommersant" hat das Abkommen eine Laufzeit von mindestens 25 Jahren. Moskau habe die Konkurrenz unter anderem mit einem Preisnachlass von umgerechnet 840 Millionen Euro für die Ukraine aus dem Feld geschlagen, hieß es.

Betrieb voraussichtlich in fünf Jahren
Die Reaktoren könnten vermutlich in fünf Jahren in Betrieb gehen, sagte Kirijenko. Erst vor wenigen Tagen hatte die Ukraine mit Moskau bereits einen Exklusivvertrag über die Belieferung ihrer landesweit vier Atomkraftwerke ausschließlich mit russischem Kernbrennstoff geschlossen.