Der als "Milliardenzocker" bekanntgewordene Börsenhändler Jerome Kerviel muss sich von heute an vor einem Pariser Gericht verantworten.
Der ehemalige Angestellte der französischen Großbank Societe Generale soll für einen der größten Spekulationsverluste aller Zeiten verantwortlich sein. Das Institut schrieb infolge der Geschäfte Kerviels die Summe von 4,9 Milliarden Euro ab. Die Societe Generale will nichts vom illegalen Treiben ihres Mitarbeiters gewusst haben und spricht von kriminellen Vertuschungsmanövern.
Die französische Großbank will ihren ehemaligen Börsenhändler nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" ("SZ", Dienstag-Ausgabe) auf Schadenersatz in zweistelliger Milliardenhöhe klagen. Die Bank orientiere sich bei der Berechnung an Präzedenzfällen in den USA.
Bis zu fünf Jahre Haft
Kerviel wird von dem Staranwalt Olivier Metzner verteidigt. Dieser kündigte gegenüber der "SZ" an, er werde auf Freispruch plädieren. Metzner will Dokumente vorlegen, die die Mitwisserschaft der Bank beweisen. Ihm drohen wegen Untreue, Dokumentenfälschung und der Manipulation von Computerdaten bis zu fünf Jahre Haft.