Türkei will Israel wegen Gaza-Blockade unter Druck setzen

Die Türkei wird nach den Worten von Regierungschef Recep Tayyip Erdogan solange Druck auf Israel ausüben, bis es die Blockade des Gazastreifens aufhebt. "Wir stellen uns denjenigen entgegen, die das Volk von Gaza zwingen, in einem Gefängnis unter freiem Himmel zu leben", sagte Erdogan gestern in der nordwesttürkischen Stadt Bursa laut einem Bericht des Senders CNN-Türk.

Nach der Erstürmung der internationalen Gaza-Hilfsflotte durch die israelische Marine, bei der am vergangenen Montag acht Türken und ein türkischstämmiger US-Bürger getötet wurden, hatte Ankara seinen Botschafter in Israel zurückgerufen und gemeinsame Militärmanöver mit Israel abgesagt.

Untersuchungskommission gefordert
Mit UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon habe er über die Einrichtung einer Untersuchungskommission beraten, sagte Erdogan. "Die Arbeit dieser Kommission wird sehr sehr wichtig für uns sein."

Der israelische Botschafter in Washington, Michael Oren, sagte dem US-Sender "Fox News Sunday", sein Land lehne eine internationale Untersuchungskommission ab. "Israel ist eine Demokratie", sagte Oren. "Israel hat die Fähigkeit und das Recht, selbst zu prüfen - und nicht von einem internationalen Gremium überprüft zu werden."

Übernimmt EU Frachtkontrollen?
Die Europäische Union wäre nach Angaben des französischen Außenministers Bernard Kouchner bereit, die Frachtkontrollen von Schiffen auf Weg in den Gazastreifen zu übernehmen. Voraussetzung sei, dass Israel seine Blockade des palästinensischen Gebiets beende, sagte Kouchner gestern nach einem Treffen mit seinem britischen Kollegen William Hague in Paris. Frankreich und Großbritannien machen sich seit der blutigen israelischen Militäraktion für ein Ende der Blockade stark.