Das Referendum in Slowenien über den Grenzstreit mit dem Nachbarn Kroatien in der nördlichen Adria wird zur Zitterpartie. Nach Auszählung rund der Hälfte der abgegebenen Stimmen hätten sich 52,1 Prozent für eine internationale Vermittlung in diesem Konflikt entschieden, berichtete die staatliche Wahlkommission heute Abend in Ljubljana.
"Die Entscheidung ist knapp, aber es scheint, dass die Mehrheit doch dafür ist", sagte Regierungschef Borut Pahor im Fernsehen.
Unter Führung der Europäischen Union (EU) soll eine internationale Schiedskommission eine verbindliche Entscheidung treffen, wo die Grenze in der Bucht von Piran auf der Halbinsel Istrien verläuft. Das hatte die Regierung vorgeschlagen. Das kroatische Parlament hatte für einen solchen Schiedsspruch bereits grünes Licht gegeben.
Sollten die slowenischen Wähler doch mehrheitlich mit Nein stimmen, wären die EU-Beitrittsverhandlungen Kroatiens erneut blockiert. Slowenien hatte mit Hinweis auf den Grenzstreit schon früher die Annäherung Zagrebs an Brüssel gestoppt.