Sarkozy in Schmiergeldaffäre genannt

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy ist in den Verdacht geraten, in eine Korruptionsaffäre verwickelt zu sein. Pariser Presseberichten zufolge stellte ein Luxemburger Polizeibericht fest, dass Sarkozy als Budgetminister 1994 die Gründung des Instituts Heine in Luxemburg beaufsichtigt hatte, über das die Staatswerft DCN bei U-Boot-Geschäften mit Pakistan Schmiergeld gezahlt hatte.

Die Opposition forderte die Aufklärung der Affäre. Der mit dem Fall befasste Rechtsanwalt Olivier Morice verlangte Sarkozys Rücktritt.

Wahlkampf finanziert?
In der Debatte vermengt sich die Affäre um - damals legale - Schmiergelder der DCN bei Auslandsgeschäften mit der Affäre um einen Selbstmordanschlag auf U-Boot-Spezialisten der DCN in Pakistan. Ein Teil der Schmiergelder soll nach Paris zurückgeflossen sein, um 1995 den Präsidentenwahlkampf des Premierministers Edouard Balladur zu finanzieren. Sarkozy war Balladurs Wahlkampfmanager.

Balladur verlor aber, und der Wahlsieger Jacques Chirac soll die Auszahlung der Schmiergelder gestoppt haben. Nun besteht der Verdacht, der Anschlag mit elf getöteten Franzosen 2002 sei dafür die Rache gewesen.

Elysee-Generalsekretär Claude Gueant wies den Korruptionsverdacht zurück. Der Polizeibericht nenne nur Unterstellungen und eingebildete Zusammenhänge, sagte er der Zeitung "Le Monde" (Freitag-Ausgabe). Die U-Boot-Verträge seien schon unterzeichnet worden, als Sarkozy noch gar nicht Budgetminister war. Regierungssprecher Luc Chatel sprach von einer "Farce".