Türkei: Neun tote Gaza-Aktivisten identifiziert

Die neun Aktivisten, die bei der israelischen Kommandoaktion gegen die internationale Hilfsflotte für den Gazastreifen ums Leben kamen, sind identifiziert worden. Wie türkische Medien berichteten, handelt es sich um acht türkische Staatsbürger und einen türkischstämmigen US-Bürger. Rechtsmedizinische Untersuchungen ergaben zudem, dass die Aktivisten erschossen worden.

An den Leichen seien Schussverletzungen festgestellt worden, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu heute. Auf eines der Opfer wurde laut den Berichten der Gerichtsmediziner aus kurzer Distanz gefeuert. Weitere Erkenntnisse zu den Todesumständen erhofften sich die Experten von den ballistischen Untersuchungen, deren Ergebnisse in etwa einem Monat vorliegen sollen.

UNO-Chef fordert Aufhebung der Blockade
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte zuvor Israel in aller Deutlichkeit aufgefordert, die Gaza-Blockade mit sofortiger Wirkung aufzuheben. Sie sei "kontraproduktiv, nicht nachhaltig und rechtswidrig", sagte Ban gestern Abend vor Journalisten in New York.

Die schon seit Jahren anhaltende Isolation des Gazastreifens "straft unschuldige Bürger", bekräftigte Ban. Er habe Israels Regierung seit Monaten "auf höchster Ebene" zum Einlenken gedrängt. Wenn sie seinem Ruf gefolgt wäre, hätte sich die blutige Konfrontation im Mittelmeer nicht ereignet, so Ban. "Die Tragödie unterstreicht nur die Schwere des ihr zugrunde liegenden Problems."