Verhaftete Gaza-Aktivisten: Türkei setzt Israel Frist

Die Türkei hat Israel eine Frist für die Freilassung pro-palästinensischer Aktivisten gesetzt. Sollten die türkischen Staatsbürger nicht bis heute Abend auf freien Fuß kommen, werde die Türkei die Beziehungen zu Israel überprüfen, sagte Außenminister Ahmet Davutoglu in Ankara. 210 türkische Staatsbürger seien bisher freigelassen worden und warteten auf dem Flughafen auf ihren Heimflug.

Insgesamt waren rund 400 Türken an Bord der "Hilfsflotte" für den Gazastreifen. Israelische Soldaten hatten die Flotte am Montag gestürmt. Dabei waren neun Menschen getötet worden, darunter mindestens vier Türken. Davutoglu forderte die Einrichtung einer internationalen Kommission, die den Zwischenfall untersuchen soll.

Mehr Schutz für jüdische Minderheit
Angesichts der Proteste nach dem israelischen Militäreinsatz verstärkte die Türkei ihre Sicherheitsvorkehrungen für die jüdische Minderheit im Land. Innenminister Besir Atalay erklärte, die Maßnahme konzentriere sich vor allem auf Istanbul. In der Millionenstadt leben 23.000 Menschen jüdischen Glaubens.

Seit drei Tagen protestieren Hunderte Demonstranten dort gegen Israel. Die israelische Regierung rief die Familien israelischer Diplomaten auf, die Türkei zu verlassen.