Der Klimaschutzbericht 2010 des Umweltbundesamtes ist zwiespältig: Einerseits ist es weiter möglich, das EU-Klimaziel für 2020 mit zusätzlichen Maßnahmen zu erreichen, andererseits hat Österreich 2008 - im ersten Jahr der fünfjährigen Kyoto-Periode - die Vorgaben um 6,9 Millionen Tonnen CO2 verfehlt.
Allgemein geht in dem Bericht, der gestern Abend in Wien präsentiert wurde, aber hervor, dass die Emissionen in Österreich seit 2005 zurückgehen. Für 2009 erwartete Jürgen Schneider vom Umweltbundesamt einen weiteren Rückgang der CO2-Emission. "Vor allem durch die Wirtschaftskrise", sagte der Experte.
Langfristige Ziele noch am ehesten erreichbar
Schneider gab sich dennoch skeptisch, ob Österreich mit kurzfristigen Maßnahmen die jährlich vorgeschriebenen Werte der Kyoto-Periode von 2008 bis 2013 erreichen kann. Das langfristige Ziel, gemäß dem EU-Klimapaket bis 2020 eine Emissionsminderung von 16 Prozent gegenüber 2005 zu schaffen, sieht Schneider als eher erreichbar an - allerdings nur bei zusätzlichen Anstrengungen.
Besondere Anstrengungen brauche es weiter in den Sektoren Verkehr und Raumwärme, erläuterte Schneider: Die Fahrzeuge müssten effizienter, die spritsparenden Autos forciert und Elektromobilität gefördert werden. Darüber hinaus müsse man auch den öffentlichen Verkehr stärken. In puncto Gebäudesanierung gebe es noch einen hohen Bedarf an thermischer Modernisierung.