Die Europäische Union (EU) und Russland wollen auf ihrem Gipfel in der südrussischen Stadt Rostow am Don ihre Pläne für eine "Modernisierungspartnerschaft" mit Leben füllen. Eine entsprechende Erklärung liege auf dem Tisch, sagte der russische Präsidentenberater Arkadi Dworkowitsch in einem Zeitungsinterview.
In Rostow trafen heute die ersten Teilnehmer des zweitägigen Treffens ein. Auf Einladung von Kreml-Chef Dimitri Medwedew wollen die Führungsspitzen von EU und Russland bis morgen über einen Ausbau ihrer Beziehungen beraten.
Dabei stehen auch internationale Fragen wie die Euro-Krise, der Atomstreit mit dem Iran, der Anti-Terror-Kampf in Afghanistan sowie die Energiesicherheit auf dem Programm. Es ist der 25. EU-Russland-Gipfel und der erste seit Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags. Medwedew empfängt in Rostow am Fuß des Kaukasusgebirges die EU-Spitze mit dem Ratspräsidenten Herman van Rompuy, dem Kommissionspräsidenten Jose Manuel Durao Barroso und der Außenbeauftragten Catherine Ashton.
Abschaffung von Visa-Pflicht gefordert
Russland will vor allem auf eine Abschaffung der Visa-Pflicht drängen, was die EU jedoch derzeit ablehnt. Dworkowitsch sagte, dass Russland trotzdem die Reisen für hoch qualifizierte Spezialisten und Investoren aus der EU "radikal vereinfachen" wolle.
Das Land sei auf kluge Köpfe und Geld für seinen wirtschaftlichen und technologischen Modernisierungskurs dringend angewiesen, sagte Dworkowitsch der Zeitung "Kommersant" (Montag-Ausgabe).