Fitch will Spanien 2010 nicht mehr herabstufen

Die Rating-Agentur Fitch wird nach der jüngsten Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens die Bewertung für die kommenden zwölf Monate nicht mehr antasten. "Das Kreditprofil wird sich künftig etwas verschlechtern, aber zurzeit gehen wir davon aus, dass es im nächsten Jahr keine Senkung des Ratings gibt", sagte Fitch-Analyst Brian Coulton gestern Abend gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Es gebe in der jetzigen Bewertung einen Toleranzbereich.

Von "AAA" auf "AA+" herabgestuft
Fitch hatte davor die Kreditwürdigkeit Spaniens von der Bestnote "AAA" um eine Stufe auf "AA+" herabgestuft. Als Grund nannte die Rating-Agentur unter anderem die hohe Verschuldung sowie die drastischen Sparvorhaben des Landes. Das werde sich mittelfristig negativ auf das Wirtschaftswachstum in Spanien auswirken.

Der Euro fiel nach der Bekanntgabe auf ein Tagestief von 1,2283 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag noch auf 1,2384 Dollar festgesetzt. Die Aktienmärkte reagierten nervös auf die Herabstufung durch die einflussreiche Agentur. Der Dow-Jones-Index weitete seine Verluste am Abend aus.

Neue düstere Prognosen
Noch zu Monatsbeginn hatte Fitch die Bestnote "AAA" für die Kreditwürdigkeit Spaniens bestätigt. Inzwischen hat die Regierung in Madrid allerdings einen harten Sparkurs beschlossen und weitere Maßnahmen angekündigt. Neben einem drastischen Sparbudget präsentierte die spanische Regierung gestern zudem nach unten revidierte Wirtschaftsprognosen.