Enorme Sicherheitsmängel in fast allen Pariser Museen

Die Sicherheitslücke im Pariser Museum für Moderne Kunst, aus dem vor einer Woche fünf Meisterwerke im Wert von rund hundert Millionen Euro gestohlen wurden, ist einem Bericht zufolge kein Einzelfall. Die Museen im Besitz der französischen Hauptstadt seien vollkommen ungenügend gesichert, berichtete die Tageszeitung "Le Parisien" heute unter Berufung auf einen unveröffentlichten Gutachterbericht von April 2007.

Seinerzeit habe die von Bürgermeister Bertrand Delanoe beauftragte Aufsichtsbehörde unter anderem festgestellt, dass die Sicherheitsvorkehrungen in den 14 begutachteten Museen mangelhaft seien und es "nicht ausreichend Personal" gebe, um die Tausenden Kunstwerke zu schützen.

Videoüberwachung "praktisch nicht existent"
Seitdem habe sich nicht viel getan, bilanzierte die Behörde laut "Parisien" in einem Folgebericht im November vergangenen Jahres. Immer noch sei eine Videoüberwachung "praktisch nicht existent", manche Museen hätten zum Schein lediglich Kameraattrappen aufgehängt. "Der Großteil der Gemälde ist nur mit einem Draht oder einer Schnur befestigt", die es einem möglichen Dieb etwas schwieriger machen sollten, zitierte die Zeitung aus dem Bericht.

Fenster, die auf eine Straße gingen, seien teils nicht gegen Einbruch gesichert; die Schlüssel würden bisweilen einfach unter den Mitarbeitern herumgereicht. Die Brandschutzvorrichtungen seien in fast allen Museen immer noch "veraltet und nicht vorschriftsmäßig", stellten die Gutachter fest. "Es scheint, dass die Arbeit an der Sicherheit keine Priorität darstellt."