Das Wachstum in den USA hat zu Jahresbeginn überraschend stark an Schwung verloren. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg aufs Jahr hochgerechnet um 3,0 Prozent, wie das Handelsministerium gestern nach revidierten Berechnungen mitteilte. In einer ersten Schätzung war noch von plus 3,2 Prozent die Rede gewesen.
Dämpfer kamen vor allem von deutlich gesunkenen Ausgaben des Staats, der seinen Konsum so stark zurückfuhr wie seit 1981 nicht mehr. Erstmals seit Anfang 2007 tragen aber private Verbraucher wieder zum Wachstum bei.
Konsum steigt wieder an
Zwar fiel das Plus beim privaten Konsum mit 3,5 Prozent etwas geringer aus als zunächst angenommen. Dennoch ist es mehr als doppelt so stark wie noch zum Jahresende 2009. Allein die Verbraucher steuerten damit 2,42 Prozentpunkte zum Wachstum bei. Dabei spielt eine Rolle, dass sich die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt allmählich bessert. Allerdings reduzierten viele Verbraucher zuletzt ihre Ersparnisse, um den Konsum zu steigern.
Auch die Unternehmen steigerten ihre Investitionen, wenngleich mit 3,1 Prozent deutlich weniger stark als erwartet. Besonders beliebt waren Maschinen und Software. Viele Firmen stocken derzeit ihre Lager wieder auf, die sie während der schwersten Rezession seit den 1930er Jahren geräumt hatten.
Staat als Bremsklotz
Bremsklotz für die US-Wirtschaft war der Sparkurs des Staates: Die öffentliche Hand gab 3,9 Prozent weniger aus, so stark war der Rückgang seit dem zweiten Quartal 1981 nicht mehr. Dabei spielt die Finanznot in vielen Bundesstaaten und Kommunen eine Rolle. So kämpft Kalifornien schon seit langem mit leeren Kassen.