Neue Proteste in Südafrika: 81 Festnahmen

Die Welle der Proteste in Südafrika hält gut zwei Wochen vor Beginn der Fußball-WM an: Die Polizei nahm gestern in Lusikisiki nahe Mthatha (Provinz Eastern Cape) 81 Personen nach gewalttätigen Demonstrationen von streikenden Arbeitern fest.

Sie hatten Steine geworfen, Barrikaden errichtet und ein Gebäude in Brand gesteckt. Hintergrund der Proteste sind Lohnauseinandersetzungen mit einem Tee verarbeitenden Unternehmen an Ort und Stelle. Drei Streikende seien von Gummigeschoßen der Polizei verletzt worden, hieß es von den Behörden.

Der Streik der Transportarbeiter geht indessen unvermindert weiter. Der Arbeitskampf, der am 10. Mai begann, hat nach einer Schätzung des südafrikanischen Unternehmensverbandes Busa die Volkswirtschaft des Landes etwa sieben Milliarden Rand (736 Mio. Euro) gekostet.

Allein der Agrarbereich hatte nach den Worten von Landwirtschaftsministerin Tina Joemat-Pettersson Verluste von einer Milliarde Rand (105,1 Mio. Euro). Die Gewerkschaft Satawu fordert vom Transportunternehmen Transnet 15 Prozent Lohnerhöhungen, das Staatsunternehmen will nur elf Prozent zahlen. Die Streikmaßnahmen haben in Südafrika Häfen sowie den Frachtverkehr auf Schiene und Straße teilweise lahmgelegt.