IWF kritisiert EZB wegen Euro-Krise

IWF-Chefökonom Olivier Blanchard fordert von der Europäischen Zentralbank (EZB) einen eindeutigeren Kurs in der Euro-Krise. "Es ist wichtig (...), dass die EZB ihre Kommunikation klärt und die Märkte davon überzeugt, dass sie - wenn nötig - weitere Staatsanleihen kaufen wird", sagte der oberste Volkswirt des Internationalen Währungsfonds (IWF) der französischen Wirtschaftszeitung "La Tribune" (Dienstag-Ausgabe).

Die angespannte Situation an den Handelsplätzen sei auch durch Zweifel an der Politik der EZB bedingt.

IWF: Euro-Wertverlust gut für Griechenland
Das Euro-Rettungspaket bezeichnete Blanchard hingegen als groß genug. Europa und der IWF könnten bis zu 1.000 Milliarden Euro aufbringen. "Das ist ausreichend", sagte der französische Spitzenökonom. Für das hoch verschuldete Griechenland wertete Blanchard den mit der Unsicherheit der Märkte verbundenen Kursverlust des Euro zudem als eine gute Sache.

Die Hälfte der griechischen Exporte gehe in Länder außerhalb der Euro-Zone. "Die Abwertung des Euro wird Griechenland helfen, einen Teil seiner Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen", sagte der Franzose.

Nowotny: Politik der EZB richtig
Nationalbank-Gouverneur Ewald Notwotny verteidigte dagegen die aktuelle Politik der EZB im Kampf gegen die Krise der Euro-Zone. "Der derzeitige Stand der monetären Politik ist richtig. Wir betreiben keine qualitative Lockerung", sagte das EZB-Ratsmitglied vor dem Brussels Economic Forum in Brüssel.