Konzessionen an Kubas Polithäftlinge

Bewegung in der Frage der politischen Gefangenen in Kuba: Die Führung in Havanna hat an diesem Wochenende nach Angaben des Dissidenten Guillermo Farinas eingewilligt, einige Häftlinge in Gefängnisse zu verlegen, die näher an ihren Wohnorten liegen. Wie Farinas - der seit 89 Tagen im Hungerstreik ist, um die Freilassung von 26 kranken politischen Gefangenen zu erreichen - der mexikanischen Zeitung "Milenio" sagte, sollen die Häftlinge heute verlegt werden.

Er selbst aber werde seinen Hungerstreik erst dann beenden, wenn zehn Häftlinge freigelassen seien, sagte der Dissident. Als weitere Bedingung nannte er die feste Zusicherung der katholischen Kirche, dass es einen mit den Behörden vereinbarten Zeitplan für die Freilassung der übrigen 16 kranken Gefangenen gebe.

Kirche verhandelt mit Raul Castro
Vor wenigen Tagen hatte die Führung der katholischen Kirche in Havanna mit dem kubanischen Präsidenten Raul Castro über die Menschenrechtslage in dem kommunistischen Land gesprochen. Der Kardinal von Havanna, Laime Ortega, hatte nach dem Treffen Hoffnungen auf eine baldigen Freilassung von ersten erkrankten politischen Gefangenen geweckt.

In Kuba sitzen nach Oppositionsangaben rund 200 Menschen wegen ihrer politischen Überzeugung im Gefängnis. Die Regierung betrachtet sie entweder als gemeine Kriminelle oder Handlanger der US-Geheimdienste. Kubas Menschenrechtspolitik war erneut weltweit in die Kritik geraten, als im Februar dieses Jahres der politische Häftling Orlando Zapata während eines Hungerstreiks gestorben war.