Südafrika: Umstrittene Mohammed-Karikatur gedruckt

Die angesehene südafrikanische Wochenzeitung "Mail & Guardian" hat gegen der Widerstand von Muslimen eine umstrittene Mohammed-Karikatur veröffentlicht. Ein Gericht in Johannesburg wies gestern Abend nach elf Stunden Verhandlung und Beratung den Antrag des Rates muslimischer Theologen zurück, die Karikatur zu verbieten.

Die Zeichnung des preisgekrönten Karikaturisten Jonathan Shapiro zeigt einen mürrischen Bartträger beim Psychiater, der sich darüber beschwert, dass "andere Propheten Anhänger mit Sinn für Humor haben".

Die Karikatur nimmt Bezug auf die Kontroverse in Pakistan, wo wegen einer Initiative der Facebook-Community zum Zeichnen von Mohammed-Karikaturen staatliche Behörden gegen das Netzwerk, gegen die Videoplattform YouTube und andere Internet-Veröffentlichungen eingeschritten waren.

Warnung vor "gewalttätigen Folgen"
Der Rat der muslimischen Theologen in Südafrika
hatte davor gewarnt, dass die Veröffentlichung der Zeichnung gewalttätige Folgen haben könnte. Sie verwiesen auf jüngst im Irak aufgedeckte Pläne des Terrornetzwerks Al-Kaida, denen zufolge Fußballmannschaften und -fans aus Dänemark und den Niederlanden wegen der dort veröffentlichten Mohammed-Karikaturen Ziel von Anschlägen bei der WM in Südafrika sein sollten.

Heute erhielt die Redaktion nach Angaben des Blattes zahlreiche zornige Anrufe, unter denen sich auch Todesdrohungen gegen den Karikaturisten befanden.