Nahost: Israel erwägt "Gesten des guten Willens"

Bei den indirekten Friedensgesprächen mit den Palästinensern will Israel offenbar "Gesten des guten Willens" zeigen. Das halte der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu für möglich, teilte sein Büro gestern nach einem Treffen mit dem US-Nahostgesandten George Mitchell mit.

Bei den Gesprächen in Jerusalem habe Netanjahu allerdings zugleich bekräftigt, dass sich die Palästinenserführung ihrerseits auch für eine "gute Gesprächsatmosphäre" engagieren müsse und "keine internationale Kampagne gegen Israel" führen dürfe.

Bei den Gesprächen zwischen Mitchell und Netanjahu ging es den Angaben zufolge unter anderem um die Wasserversorgung im Westjordanland, die einen Streitpunkt im israelisch-palästinensischen Konflikt darstellt. Israel beansprucht 80 Prozent des Grundwassers im Westjordanland. Wegen Wassermangels und ihrer schnell wachsenden Bevölkerung fordern die Palästinenser eine gerechtere Aufteilung der Ressourcen.

Israelis und Palästinenser nahmen Anfang Mai wieder indirekte Friedensgespräche auf. Um die Beratungen weiter voranzubringen, wurde der für Anfang Juni geplante Gipfel der Mittelmeerunion verschoben. Er soll nun im November abgehalten werden.