Nach dem Verbot von ungedeckten Leerverkäufen in Deutschland pocht EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Durao Barroso auf rasche Beschlüsse zur neuen europäischen Börsenaufsicht.
Die Pläne werden bereits seit einiger Zeit in den EU-Institutionen verhandelt. Der EU-Ministerrat - dort sind die Mitgliedsstaaten vertreten - sollte bei dem Vorhaben ehrgeiziger sein als das Europaparlament, sagte Barrosos Sprecherin heute in Brüssel.
Die EU-Finanzminister hatten sich im vergangenen Dezember verständigt, als Konsequenz aus der Finanzkrise die europäische Finanzaufsicht zu stärken. Es sollen drei neue europäische Aufsichtsbehörden für Banken, Versicherungen und Börsen geschaffen werden. Ein Kompromiss mit dem Europaparlament steht noch aus.
Verbot hochspekulativer Wetten
Deutschland hatte am Dienstag ohne vorherige Absprache mit den EU-Partnern hochspekulative Wetten von Investoren auf fallende Aktienkurse verboten. Barroso habe Verständnis für den deutschen Vorstoß.
Der Vorsitzende der Euro-Gruppe, der luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, zeigte sich "überrascht" von dem deutschen Verbot von Leerverkäufen. "Wir haben monatelang über die Möglichkeit einer solchen Maßnahme gesprochen, aber ich wünschte, wir hätten die Debatte beendet, bevor Deutschland eine einseitige Entscheidung getroffen hat", sagte Juncker.