Paris lässt Bachtiar-Mörder frei

Erst ließ Teheran die Französin Clotilde Reiss ausreisen, jetzt setzt Frankreich den Mörder des früheren iranischen Ministerpräsidenten Schapur Bachtiar auf freien Fuß. Zwei Tage nach der Heimkehr der Französischlehrerin ordnete ein Pariser Gericht die Haftentlassung von Ali Wakili Rad an.

Innenminister Brice Hortefeux habe Rads sofortige Abschiebung in seine Heimat Iran angeordnet, teilte die Staatsanwaltschaft heute in Paris mit.

Rad war 1994 in Paris zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hatte Bachtiar und dessen Sekretär am 6. August 1991 in Suresnes bei Paris ermordet. Bachtiar war bis zum Sturz des Schahs Resa Pahlewi 36 Tage lang persischer Regierungschef gewesen und 1979 nach Frankreich ins Exil gegangen. Iranische Religionsführer forderten jedoch in einer "Fatwa" seinen Tod.

Zusammenhang mit Reiss-Freigabe zurückgewiesen
Frankreich weist jeden Zusammenhang der Freilassung Rads mit der Heimkehr von Reiss zurück. Die Staatsanwaltschaft machte deutlich, dass sich die zuständigen Justizbehörden bereits am 22. Jänner für Rads Freilassung ausgesprochen hätten.

Voraussetzung für die Haftentlassung sei aber die Unterschrift des Innenministers unter die Abschiebungsverfügung gewesen. Bevor Reiss aus dem Iran ausreisen durfte, ließ Frankreich zudem den von den USA der Militärspionage verdächtigten Iraner Madschid Kakawand in seine Heimat zurückkehren, obwohl Washington die Auslieferung verlangte.