Weitere Unternehmen aus Ilisu-Projekt ausgestiegen

Der steirische Anlagenbauer Andritz hält laut einem Zeitungsbericht als einziges europäisches Unternehmen am Bau des stark umstrittenen Ilisu-Staudamms in der Türkei fest.

Nachdem im Sommer 2009 die Exportkreditversicherer Österreichs, Deutschlands und der Schweiz aus dem Projekt ausgestiegen sind, bekommen nun auch die Bauriesen kalte Füße. Wie der "Standard" (Montag-Ausgabe) und die Staudammgegner von ECA Watch unter Berufung auf einen aktuellen Bericht des tschechischen Generalkonsuls der Türkei berichten, springen sowohl Alstom als auch die STRABAG-Tochter Züblin ab.

Nach dem Bericht über Projekte in der Türkei übernimmt Andritz die Aufträge des französischen Industriekonzerns Alstom, der Teile der elektromechanischen Ausrüstung inklusive der Schaltanlagen liefern hätte sollen. Es sei dabei um eine stattliche Auftragssumme gegangen, und die Entscheidung gegen Ilisu sei schwergefallen, so Gabriele Eder, Konzernsprecherin in Österreich, gegenüber dem "Standard".

Andritz wollte die Übernahme der Alstom-Aufträge auf APA-Anfrage nicht bestätigen. Für den Grazer Anlagenbauer geht es bei dem Projekt um einen 235-Millionen-Euro-Auftrag. Man wolle Ilisu und bleibe dran, auch wenn es sich zeitlich nicht mehr einschätzen lasse, hieß es von den Steirern gegenüber dem "Standard" .