Warnung vor bisher unbekannten Umweltschäden im Golf von Mexiko: Nach Angaben von US-Wissenschaftern breiten sich derzeit riesige Unterwasser-Ölschwaden aus.
Diese seien bis zu 16 Kilometer lang, sechs Kilometer breit und hätten eine Höhe von rund 100 Meter, berichtet die "New York Times" heute. "Zum Vergleich zu dem, was wir an der Wasseroberfläche sehen, gibt es eine erschreckenden Menge an Öl in der Tiefe", sagte die Meeresforscherin Samantha Joye von der University of Georgia.
Durch Chemikalien ausgelöst?
Dies könnte zu einer Gefahr für die Meerestiere werden. Bereits jetzt liege der Sauerstoffgehalt in der Nähe dieser Ölschwaden rund 30 Prozent unter den Normalwerten. "Dies ist alarmierend", sagte die Forscherin.
Ursache könnte der Einsatz von Chemikalien sein, die das Öl bereits unter Wasser zersetzen sollen. Dadurch werde verhindert, dass das Öl an die Wasseroberfläche gelangt, vermuten die Wissenschafter.
BP setzt noch mehr Chemie ein
Genau diese Chemikalien sollen aber nach den gescheiterten Versuchen, die Lecks zu schließen, verstärkt eingesetzt werden. "Es scheint, dass diese chemischen Verteiler funktionieren. Durch sie gelangt viel weniger Öl an die Meeresoberfläche als zuvor", sagte BP-Manager Doug Suttles. Das Mittel zersetze das Öl, damit es natürlich im Meer abgebaut werden könne.
Die US-Umweltbehörde hatte den Einsatz nach, wie sie mitteilte, zahlreichen Untersuchungen zugelassen. Bisher durfte BP den Stoff nur an der Wasseroberfläche verwenden. Kritiker bemängeln bereits zuvor, es sei zu wenig über die Folgen für die Umwelt bekannt.
Versuch erneut gescheitert
Der britische Ölkonzern muss indes einen neuen Anlauf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko nehmen. Er scheiterte mit einem Versuch, auslaufendes Öl aus 1.500 Meter Tiefe durch ein Rohr zu einem Schiff an der Meeresoberfläche zu leiten.
Das Vorhaben sei nach technischen Problemen abgebrochen wurden, sagte Suttles. Ein Metallrahmen an dem Rohr habe sich verzogen. Der Versuch werde nun wiederholt. BP hofft, vier Fünftel des ausströmenden Öls auffangen zu können.