Russland hat mit der Türkei ein Abkommen über den Bau und Betrieb des ersten Atomkraftwerks in dem NATO-Land geschlossen. Die Vereinbarung mit einem Umfang von 20 Milliarden Dollar wurde gestern während eines Besuchs von Russlands Präsident Dimitri Medwedew in der Türkei geschlossen.
Weitere Abkommen betreffen den Transport von Rohöl vom Schwarzen Meer über die Samsun-Ceyhan-Leitung. "Wir sind beide fest entschlossen, das Handelsvolumen von derzeit 38 Milliarden Dollar innerhalb von fünf Jahren auf 100 Milliarden Dollar zu steigern", sagte der türkische Präsident Abdullah Gül nach seinen Gesprächen mit Medwedew.
Türkei will autarker werden
Russland forciert den Bau von Kernkraftwerken im Ausland, darunter in China, dem Iran und möglicherweise auch bald in Syrien. Die Türkei strebt ihrerseits an, ihre Abhängigkeit von ausländischen Energiequellen abzubauen und sich als zentraler Verteiler für die europäische Energieversorgung zu positionieren. Atomgegner und Umweltschützer protestieren gegen die Pläne und verweisen unter anderem auf die überall in der Türkei bestehende Erdbebengefahr.