Die spanische Regierung befürchtet laut heutigen Medienberichten, dass die für Anfang Juni geplante Gipfelkonferenz der Mittelmeerunion in Barcelona am Konflikt zwischen Israel und den arabischen Staaten scheitert.
Ägypten hat inzwischen klargestellt, dass es die "gemeinsame arabische Position" ist, jeglichen Kontakt mit dem israelischen Außenminister Awigdor Lieberman im Rahmen der Mittelmeerunion zu verweigern. Aus diesem Grund wurde bereits ein Ministertreffen, das in Istanbul stattfinden sollte, abgesagt. Lieberman bekräftigte seine Absicht, an der Barcelona-Konferenz teilzunehmen.
"Ohrfeige für Europa"
Über die Zusammensetzung seiner Delegation entscheide ausschließlich Israel, sagte Lieberman im Rundfunk. Die ägyptischen und syrischen Einwände seien "kein Problem" für Israel, sondern höchstens eine "Ohrfeige für Europa", mit der sich der Gastgeber Spanien auseinanderzusetzen habe. Aus dem Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Jerusalem verlautete, dass der Regierungschef die Delegation in Barcelona leiten werde.
Der 2008 auf Initiative Frankreichs gegründeten Mittelmeerunion gehören die 27 EU-Staaten sowie Algerien, Ägypten, Libanon, Syrien, Jordanien, Israel, die Palästinensergebiete, Marokko, Mauretanien, Tunesien, die Türkei, Albanien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro an. Libyen hatte den Beitritt wegen der Mitgliedschaft Israels verweigert.