Die serbischen Behörden haben ein neues Massengrab aus der Zeit des Kosovo-Kriegs in Südserbien entdeckt, in dem etwa 250 Kosovo-Albaner begraben sein sollen. Wie der stellvertretende Sonderstaatsanwalt für Kriegsverbrechen, Bruno Vekaric, heute sagte, dürften sich in dem Massengrab unweit der südserbischen Kleinstadt Raska, wenige Kilometer entfernt von der Grenze zum Kosovo, etwa 250 Leichname von Kosovo-Albanern befinden.
Genaueres sei erst zu sagen, wenn die Ausgrabungen beginnen, was derzeit eine technische Frage sei, so Vekaric.
Suche an der falschen Stelle
Laut Vekaric war nach dem Massengrab in der Region von Raska aufgrund von Augenzeugenaussagen bereits früher gesucht worden, allerdings an einer falschen Stelle. Nun sei es den Ermittlern gelungen, die richtige Stelle zu finden, sagte Vekaric.
Nach früheren Angaben der kosovarischen Vermisstenkommission dürfte es bisher unerforsche Massengräber auch am Perucas-See an der Grenze Serbiens zu Bosnien-Herzegowina geben, wo vor neun Jahren bereits Leichen von Kosovo-Albanern in einem im See versunkenen Lkw entdeckt worden waren, sowie in der Region von Medvedja dicht an der Grenze zum Kosovo.
Vertreter der Vermisstenkommissionen des Kosovo und Serbiens suchten vor zehn Tagen in der Region von Medvedja bereits nach einem vermuteten Massengrab.