Der börsennotierte Internet-Dienstleister Webfreetv.com dürfte von der Börse fliegen. Grund: Die Firma soll gesetzlich vorgeschriebene Transparenz- und Mitteilungspflichten grob vernachlässigen, wie es heute aus Behördenkreisen gegenüber der APA hieß.
Von der Finanzmarktaufsicht (FMA) verlautete, sie habe die Börse AG informiert, "Kenntnis von Sachverhalten" erlangt zu haben, die den Widerruf der Zulassung der Aktien der Webfreetv.com Multimedia Dienstleistungs AG zum geregelten Freiverkehr rechtfertigen.
Die Wiener Börse wurde von der FMA beauftragt, diesbezüglich eine "Überprüfung" vorzunehmen, so die Mitteilung der Aufsicht. Die FMA machte selber vorerst keine Angaben zu den Hintergründen.
Vorwürfe zurückgewiesen
Von Webfreetv wurden die Vorwürfe gegenüber ORF.at strikt zurückgewiesen. Man sei sich keiner Schuld bewusst, so Vorstand Peter Merschitz, da sämtliche Vorschriften vom Unternehmen regelkonform eingehalten worden seien.
Da Webfreetv in den letzten Monaten mit der FMA und der Börsenaufsicht eng zusammengearbeitet habe, sei man von der Vorgangsweise nun "sehr überrascht". Ein Schreiben der FMA sei Webfreetv jedenfalls noch nicht zugestellt worden. Gleichzeitig zeigte sich Merschitz zuversichtlich, dass Webfreetv das Problem in Kürze lösen und aus der Welt schaffen könne.