Serbien: Bischof Artemije in Ruhestand versetzt

Die serbisch-orthodoxe Kirchenversammlung hat gestern Abend den in den letzten Jahren mit der Kirchenführung wiederholt im offenen Konflikt stehenden Bischof von Prizren und Raska, Artemije (Radosavljevic), in den Ruhestand versetzt.

Der staatliche TV-Sender RTS berichtete, dass die Entscheidung der Kirchenversammlung mit einer Zweidrittelmehrheit gefasst worden sei. Mitglieder der Kirchenversammlung sind alle 45 Bischöfe.

Der serbisch-orthodoxe Kirchensynod hatte im Februar Bischof Artemije die Verwaltungsgewalt über das Bistum entzogen. Zum Verweser der Diözese, zu der das Kosovo und der Sandschak im Südwestserbien gehören, wurde der pensionierte frühere herzegowinische Bischof Atanasije (Jeftic) bestellt.

Mangelnde Umsetzungsbereitschaft
Die Entscheidung wurde durch die mangelnde Bereitschaft von Artemije erklärt, die Beschlüsse des Synods und der Kirchenversammlung umzusetzen, sowie mit Finanzmachenschaften seiner engsten Mitarbeiter. Dabei geht es vor allem um den Vorsteher des Klosters Banjska bei Mitrovica, Simeon (Vilovski), der im Februar, als eine Synodskommission die Finanzgeschäfte des Bistums unter die Lupe nahm, nach Griechenland geflüchtet war, wo er im März festgenommen wurde.

Vilovski wird verdächtigt, rund 350.000 Euro, die für die Reparatur von Klöstern im Kosovo bestimmt waren, veruntreut zu haben. Ein Auslieferungsverfahren ist inzwischen im Gange.